Was Single-Moms so sexy macht – sinniert die Mütter-Zeitschrift Brigitte-Mom in ihrer aktuellen Ausgabe. Ein klarer Fall von Autosuggestion.
Alleinerziehend mit Kind. Was in Deutschland immer häufiger vorkommt, verdient Aufmerksamkeit. Wie ist das so, als Frau alleine mit einem oder mehreren Kindern? War man sich früher der Ächtung durch die Gesellschaft sicher, ist es heute bereits ein neues, hippes Lebensgefühl – glaubt man jedenfalls den Frauenzeitschriften. Auch Gruner + Jahr hat jetzt sein eigenes Magazin für Mütter. Nachdem diese Formate neuerdings wie Unkraut aus dem Boden schießen, hat man Mutti nun auch im Hamburger Großverlag als Zielgruppe neu entdeckt. Ich bleibe auf dem Cover an folgender Zeile hängen: „Alleinerziehend, wie schön! – Was Single-Moms so sexy macht.“ Nun ja, ich kann nur eine Ehe vorweisen mit zweistelliger Jahreszahl, wusste aber bislang nicht, dass ich meinen Sexappeal durch eine Scheidung dramatisch erhöhen könnte. Mein Wissen um Alleinerziehende hingegen beschränkt sich in Ermangelung eigener Erfahrung auf Fakten aus der Politik und Berichte von Frauen in meinem Bekanntenkreis. In der Regel fühlen die sich nicht sexy, sondern ausgelaugt. Ihre Kinder sind diejenigen, die morgens als Erste in der Kita abgegeben werden und als Letzte abgeholt werden, weil die Mütter den ganzen Tag arbeiten müssen. Dann noch schnell zum Arzt, Einkaufen, Haushalt, Elternabend, erschöpft auf der Couch zusammenbrechen. Und täglich grüßt das Murmeltier. Ich höre von Streitigkeiten und Diskussionen mit dem Kindsvater, von fehlendem Geld. Noch nie hat eine von ihnen geäußert, dass sie ihr Leben großartig findet und sich selbst dabei unsagbar sexy. Dass sie ständig Angebote potenzieller Lebensgefährten abwehren muss, ob ihrer sexuellen Ausstrahlung als alleinerziehende Mutter. (weiterlesen…)
