Tag: Zeit

Erst Kinder – dann Beruf!

1. Februar 2012
by Webmaster

Eine Anregung zum Nachdenken
von Regina Hilsberg

Streitthemen gibt es viele in der Politik, aber kaum eines wird auch unter den direkt Betroffenen so kontrovers diskutiert wie die Familienpolitik. Mütter mehr noch als Väter können sich regelrecht angiften, wenn es darum geht,  verschiedene Lebensentwürfe gegeneinander zu verteidigen. Das Schlachtfeld ist abgesteckt zwischen Kinderzimmer und Büro, und es wird erbittert darum gefochten, wo die Frau eigentlich hingehört.

Dabei wird hauptsächlich um zwei Konzepte gefochten: Entweder heißt es, Frauen müssten um eine möglichst lückenlose Berufsbiographie kämpfen, also möglichst gleich weiter arbeiten, auch wenn sie kleine Kinder haben, oder aber es wird ihnen immerhin zugestanden, nach Abschluss ihrer Ausbildung und einigen Jahren im Beruf  den Kindern zuliebe für einige Jahre ihre Erwerbstätigkeit zu unterbrechen.

Dabei passiert in der Lebenspraxis vieler Frauen etwas, was in diesen Fällen zwar meist als Notlösung gesehen wird, aber als ein dritter Weg durchaus bedacht werden sollte: Dass nämlich Frauen in jungen Jahren Kinder bekommen und erst danach ihre Berufsausbildung beginnen.  Wie bitte? Soll das ernst gemeint sein? Warum nicht? Aus Sackgassen heraus kommt man entweder nur durch rückwärts gehen oder durch neue Wege – ich erlaube mir darum, hier eine ungewöhnliche Idee zu durchdenken. (weiterlesen…)

Sägen am eigenen Ast

19. November 2011

Als hätten wir nicht schon genug Protagonisten in der Debatte um das einzuführende Betreuungsgeld, haben sich nun am Wochenende auch die deutschen Wirtschaftsverbände und -institute zu Wort gemeldet und sind – wenig überraschend – natürlich dagegen. Anders als bei den üblichen Gegnern aus der Politik weiß man hier jedenfalls gleich woran man ist und was die wahren Beweggründe sind: Es würde dem Ziel, Frauen so schnell wie möglich nach der Kinderpause in den Arbeitsprozess wieder einzugliedern, zuwiderlaufen. Erst kommt die Wirtschaft, dann die Familie. (weiterlesen…)

»Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft?« – So fragt die Roman–Herzog-Stiftung in ihrer aktuellen Studie, und spontan fällt mir erst einmal die Gegenfrage ein: Wie viel moderne Gesellschaft verträgt eigentlich die Familie und will das überhaupt noch jemand wissen?

Sie verträgt nicht sonderlich viel, scheint es auf den ersten Blick. Denn die auffälligste Erkenntnis der Studie wird sofort als Pressemitteilung veröffentlicht und lautet so: »Frauen, die nicht arbeiten, sind glücklicher als erwerbstätige Frauen, so das Ergebnis zur Lebenszufriedenheit der deutschen Bevölkerung. Männer hingegen sind ohne Job unzufrieden. Arbeit hat für sie eine identitätsstiftende Bedeutung.« Man könnte also sagen, trotz aller gegenteiliger Berichte in den feministisch beherrschten Redaktionen bundesweit sind Frauen in der so genannten »klassischen Rollenaufteilung« nicht etwa unterdrückt und unzufrieden, sondern ganz im Gegenteil, sie sind glücklicher als ihre erwerbstätigen Geschlechtsgenossinnen. Man könnte also mit Fug und Recht behaupten, dass die Familie zum Glücklichsein jedenfalls nicht viel Moderne benötigt.

(weiterlesen…)

Das Bundesfamilienministerium arbeitet derzeit am achten Familienbericht, der 2012 dem Bundestag und der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. »Zeit ist die Leitwährung unserer Familienpolitik«, so kommentierte die Familienministerin Kristina Schröder den Bericht, den die Sachverständigenkommission ihr vor wenigen Tagen übergeben hat, mit dem Titel: Zeit für Familie. Familienzeitpolitik als Chance einer nachhaltigen Familienpolitik. Das Ergebnis ist enttäuschend und lässt nicht viel erhoffen, denn eine Tatsache wurde dabei nicht in Augenschein genommen, nämlich dass Zeit im Wesentlichen Geld bedeutet. Doch schauen wir uns an, was die Expertenkommission im Einzelnen vorschlägt, um die Zeitmisere in den Griff zu bekommen.

(weiterlesen…)